Fotostudio-einrichten

Grundausstattung des Fotografen zum Einrichten vom Fotostudio (Heimstudio) :

Die benötigte Fotostudio-Einrichtung für ein Heimstudio muß nicht von Anfang an perfekt sein. Einiges an Fotostudio-Equipment kann man auch selber bauen oder zunächst ausleihen. Mit den Ansprüchen an die eigne Fotografie wächst dann auch der Studiobedarf und die Lust neue Studiozubehör Produkte auszuprobieren. Man kann als Hobby-Fotograf sein Heimstudio schrittweise einrichten. Zunächst sollte man sich auf die wichtigsten Studio-Komponenten konzentrieren. Im folgenden einige Tipps zum Fotografieren mit Studioausstattung:

1. Hintergrundsystem und Studio-Hintergrund

Besonders für Portrait- Fashion- und Aktaufnahmen lohnt sich die Anschaffung von einem Hintergrundsystem. Hintergrundsysteme dienen der Bestückung mit Hintergrundstoffen oder Hintergrundkarton. Man unterscheidet verschiedene Arten von Hintergrundsystemen.

Ständersysteme besitzen zwei stabile Grundstative zwischen denen eine oder mehrere Querstangen befestigt werden. Sie können einfach auf- und abgebaut werden, weshalb sie auch mobile Hintergrundsysteme genannt werden. Sehr hilfreich kann es sein, wenn die Querstangen des Hintergrundsystems sich in der Länge variieren lassen (Teleskopstangen), da man dann den Hintergrund im Studio nicht nur  in der Höhe sondern auch in der Breite individuell anpassen kann. 

Daneben sind Hintergrund-Wandmontagesysteme erhältlich, welche an der Wand- oder an der Decke des Fotostudios befestigt werden können. Dabei werden ein- oder mehrstufige Wandhaken eingesetzt, an denen sog. Expander befestigt werden. Die Expander dienen zur Aufnahme von Pappkernen oder Alustangen, auf denen der Stoff aufgerollt wird. Eine komfortable Lösung bietet ein sog. elektrisches Hintergrundsystem. Diese Systeme verfügen über motorbetriebene Expanderachsen.

Um die Personen oder Gegenstände richtig in Szene zu setzen, nutzen Fotografen Studio-Hintergründe. Diese Hintergründe können entweder aus Stoff sein (Stoffhintergrund) oder aus Papier (Hintergrundkarton). Im Gegensatz zu Papierhintergrund gibt es Stoffhintergrund gibt es unifarben oder mit Muster oder speziellem Motiv (Motivhintergrund). 

Für den Einstieg in die Studiofotografie sollte ein einfaches Hintergrundsystem mit Teleskopstange ausreichend sein. Es ist mobil, kostengünstig und einfach auf- und abzubauen. Zur Bestückung kann zunächst ein weisser und ein schwarzer Hintergrundstoff dienen. Bei Bedarf können bemusterte Stoffe als Fotohintergrund ergänzt werden. 

2. Studio-Beleuchtung für das Heimstudio

Fotografieren bedeutet "Arbeiten mit Licht". Fotografen nutzen vorhandenen Lichtverhältnisse oder schaffen durch geeignete Beleuchtung die Lichtsituationen, die Sie für Ihre Arbeit benötigen. Der Fotograf spielt mit Licht und Schatten um Stimmungen und Effekte erzeugen und sein Motiv effektvoll in Szene zu setzen. Deshalb spielen bei der Fotostudio-Einrichtung Fotolampen, Studioleuchten und Studio-Blitzgeräte eine wichtige Rolle.

Wenn Sie ein Fotostudio einrichten, denken Sie daran, dass das Kernstück jeder Fotostudio-Ausstattung das eingesetzte Studiolicht bzw. die Beleuchtungsanlage ist. Grundsätzlich kommt für die Studiobeleuchtung entweder die Arbeit mit Studioblitzen bzw. einer Studioblitzanlage oder der Einsatz von Dauerlicht-Studioleuchten in Betracht. Beide Beleuchtungstechniken haben - speziell aus Sicht eines Einsteigers/einer Einsteigerin - Vor und Nachteile und unterscheiden sich grundsätzlich in Bezug auf die damit verbundene Arbeits- und Vorgehensweise.

2a) Arbeiten mit Dauerlicht-Studioleuchte

Beim Einsatz einer Dauerlicht-Studioleuchte kann der Fotograf zum einen auf die Verwendung von Quartzlights zurückgreifen oder mit Tageslicht-Lampen arbeiten. Quartzlights werden bei längerer Benutzung heiss, das sie mit Quarzlampen arbeiten. Ihre Farbtemperatur beträgt rund 3200°K und ist damit nierdiger als die von Tageslicht-Lampen (ca. 5400°K). Studioleuchten mit Tageslichtlampen (z.B. Tageslicht-Flächenleuchten, Tageslicht-Ringleuchten, Daylight-Kits mit Tageslicht-Spirallampen) entwickeln wesentlich weniger Wärme, weshalb sie auch Kaltlicht genannt werden.


Ein wesentlicher Vorteil von Dauerlicht-Systemen besteht in der Tatsache, dass man als Fotograf auch mit Kompakt- und Bridge-Kameras arbeiten kann, während man für die Arbeit mit Studioblitzanlagen auf eine Spiegelreflexkamera bzw. DSLR-Kamera zurückgreifen muss. Zudem können Sie als Anfänger/Anfängerin bei Dauerlichtlampen auch mit der Belichtungsautomatik der Kamera arbeiten. Ein weiterer nicht unwesentlicher Aspekt: Beim Dauerlicht können Sie vor der eigentlichen Aufnahme schon die Lichtverhältnisse evaluieren und das Spiel von Licht und Schatten ggfs. anpassen.

Ein Beleuchtungsset mit Tageslichtlampen ist z.B. hervorragend geeignet für den Bereich Produktfotografie. Wie oben angedeutet können hierbei Objekte zunächst sauber auf einem Studio- oder Aufnahmetisch positioniert werden. Danach kann man Schritt für Schritt mit geeigneten Studioleuchten, Reflektoren bzw. Aufhellern störende Schatten reduzieren. Für größere Objekte oder die Ausleuchtung von Personen bietet sich eine Flächenleuchte an. 

Nachteile bei Dauerlicht-Systemen sind z.B. die Wärmeentwicklung, was sich besonders in kleineren Räumen und Studios bemerkbar macht, sowie ein u.U. erhöhter Stromverbrauch. Weiterhin ist oft nur eine begrenzte Anzahl von Lichtformern einsetzbar.   

2b) Arbeiten mit Studioblitz und Zubehör

Die Arbeit mit einer Studioblitz-Anlage gestaltet sich etwas schwieriger als mit Dauerlicht-Beleuchtungsanlagen. Es ist etwas Übung und Erfahrung notwendig, vor allem sollte man mit der Funktionsweise seiner Kamera vertraut sein. Entscheidender Unterschied zum Dauerlicht-System ist die Belichtungsmessung. Bei der Arbeit mit Studioblitzen kann nicht auf die automatische Belichtungsmessung der Kamera zurückgegriffen werden. Die Einstellungen für Blende und Belichtungszeit müssen manuell vorgenommen werden.   

3. Softboxen für Studioblitz

Eine Softbox ist ein Lichtformer, der das harte Licht von Studioblitzgeräten oder Studioleuchten in weiches, diffuses und je nach Softboxform mehr oder weniger gerichtetes Licht umwandelt und für eine schattenfreie Ausleuchtung sorgt. Softboxen gibt es sowohl für Studioblitzleuchten als auch für Dauerlicht-Studioleuchten. Entweder sind bereits passende Softbox-Systeme in Studiosets (Studioblitzanlagen oder Daylight-Kits) enthalten oder Sie können separat zugekauft werden.

Je nach Einsatzzweck kann der Fotograf auf verschiedene Softboxformen zurückgreifen. Neben rechteckigen Standard-Softboxen gibt es Octoboxen, Striplights und Standsoftboxen. Die Größe der Softbox richtet sich auch nach der Stärke des Blitzes oder der eingesetzten Lampe(n). Ist eine Softbox im Verhältnis zur Blitzleistung zu groß dimensioniert, wird zu viel Licht "verschluckt". D.h. es kommt zu wenig Licht beim zu beleuchtenden Objekt an. Bei der Auswahl der Sofbox ist auf den passenden Adapter zu achten, da Hersteller von Studioblitzgeräten wie HENSEL, MULTIBLITZ, BRONCOLOR, ELINCHROM oder BOWENS hier herstellerspezifische Normen etabliert haben. 

Für den Einstieg kann man z.B. zwei Standard-Softboxen 60x90 cm oder 80x120 cm wählen. Zusätzlich können, z.B. für Portrait-Fotografie eine Octobox (Oktagon-Softbox) und/oder ein mittleres Striplight (30x120 cm) als Ergänzung hinzugenommen werden.      

4. Lampenstativ & Studiostativ

Ein wichtiger Bestandteil des Fotostudio Equipment ist das Lampenstativ bzw. Studiostativ. Sie dienen der Aufnahme von Studioleuchten Studioblitzköpfen oder anderem Fotostudio-Zubehör. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen und Größen. Unsere METTLE Studio-Stative bieten sehr guten Halt und eine gute Standfestigkeit bei einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis.  

Praktisch - auch für das Heimstudio - sind rollbare Stative. So kann eine Positionsveränderung der Studiobeleuchtung bequem vorgenommen werden. Sofern die Stative von vornherein mit Rollen ausgestattet sind (ist meistens nicht der Fall) kann eine nachträgliche Bestückung mit einem Satz Stativrollen erfolgen, die es als Zubehör im Set zu kaufen gibt.

Besonders beliebt sind sog. Galgenstative. Sie bestehen aus einem Grundstativ und einem neigbaren Ausleger, dem Boom. Mit einem Galgenstativ ist es hervorragend möglich, Personen und Objekte von oben zu beleuchten. Nachteil: Galgenstative sind wesentlich teuter als ein Studiostativ und benötigen mehr Platz. Zudem sind sie aufgrund der Größe und des Gewichts nicht so transportabel.      

Grundsätzlich gilt: Je größer und schwerer eine Studioleuchte bzw. ein Studioblitz sind, desto stabiler sollte das Lampenstativ sein. Man sollte dabei allerdings nicht nur das Eigengewicht des Gerätes berücksichtigen, sondern auch etwalige Vorsätze mit Abschirmklappen oder Lichtformer wie z.B. Softboxen. Für einen kompakten Studioblitz wie etwa den METTLE MT-200A oder eine 40 Watt Tageslicht-Ringleuchte reicht ein 230er oder 240er Studiostativ völlig aus. Bei einem 600 WS Studioblitz mit großer Striplight-Softbox oder einer großen Flächenleuchte sollte man hingegen auf größere Stative, z.B. 300 cm-Stativ zurückgreifen. Zwei 240 cm- und zwei 260 cm-Stative sollten für die Grundausstattung eines Studios ausreichend sein. Die Anschaffung eines Galgenstativs im Rahmen der Grundausstattung ist eine Überlegung wert. Denken Sie darüber nach, wenn Sie ein Studio einrichten.

 
Suche wird ausgeführt